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CSD Düsseldorf 2017 Demo: „Wir wollen nie wieder schwule Sau hören!“

Christopher Streed Day Abfahrt 2017 Düsseldorf
Auf der Friedrich-Ebert-Straße nahm der Zug am gestrigen Samstag seinen Lauf. Und das bei Temperaturen um die 30 Grad im Schatten.

Der Christopher Street Day (kurz: CSD) hat seinen Ursprung in New York, wo 1969 ein Aufstand diskriminierter Homosexueller und anderer Minderheiten gegenüber der New Yorker Polizei in der gleichnamigen Straße stattfand. Seitdem erinnern dort und in zahlreichen anderen Schauplätzen auf dieser Welt Veranstaltungen an das Ereignis und demonstrieren für die Gleichstellung der LGBTs (Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender, zu deutsch Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) in allen Lebenslagen.

Allein in Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 26 Städte, die den CSD oder auch Gay Pride, wie er im englischsprachigen Raum bezeichnet wird, durchführen, wobei die Paraden in Köln und Berlin mit jeweils knapp einer Millionen Besucher zu den größten zählen.

Kalle Wahle, Martin Heyer, Klaudija Paunovic, CSD Düsseldorf
V.l.n.r.: Veranstalter Kalle Wahle, Klaudija Paunovic (ich) und Center.TV-Moderator Martin Heyer, mit dem ich am CSD Samstag auf der Bühne stand.

Dass der CSD seit 14 Jahren auch in Düsseldorf beheimatet ist, haben wir Kalle Wahle zu verdanken, der vor seinem Outing sogar zwanzig Jahre „ganz normal“ verheiratet gewesen ist. Für den gemeinsamen Sohn bekam er damals das alleinige Sorgerecht zugesprochen und dieser ist trotz des weitläufigen Vorurteils Homosexualität sei anerzogen, nicht schwul geworden. „Und dabei habe ich alles versucht„, scherzt Kalle, der unter anderem gleiches Adoptionsrecht für homosexuelle Paare fordert.

Kennengelernt habe ich den Betreiber eines Antiquitäten- und Kuriositätenladens (direkt neben dem Oberkasseler Theater) auf dem Videodreh der Glüxkinder zu ihrer neuen Single „Liebe liebt“. Da wir uns auf Anhieb sympathisch waren, folgte prompt eine Einladung zur Parade auf seinen Wagen und als Moderatorin auf die Bühne. Dankbar nahm ich sein Angebot an.

Die Parade vom CSD Düsseldorf 2017

Und gestern um kurz nach zwei Uhr war es endlich soweit: Unter dem Motto „Geht nicht, gibt`s nicht“ setzte sich der CSD Zug von der Friedrich-Ebert-Straße aus in Bewegung Richtung Kö, Shadow-Platz über die Heinrich-Heine-Allee zur Altstadt bis hin zum Johannes-Rau-Platz, wo ein hochkarätiges Bühnenprogramm die Teilnehmer erwartete.

CSD Düsseldorf 2017
Travestie-Künstlerinnen sorgten für Flair!

Neben zahlreichen CSD-Veranstaltern (Patrick Gloe und Martin Rätze CSD Köln, Markus Schnorrenberg CSD Mönchengladbach, Tobias Gehre CSD Münster und Falco Jentsch CSD Magdeburg), wartete Kalles Wagen mit Politprominenz auf. „Es ist bunt, lustig und herrscht gute Stimmung. Diese Veranstaltung passt wunderbar zu Düsseldorf„, freute sich Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke über die Teilnahme.

Der schwule Bundestagsabgeordnete der Grünen Kai Gehring trug ein grünes Herz auf dem Rücken: „Weil wir als Grüne für Herz statt Hetze stehen und Flagge zeigen wollen für absolut gleiche Rechte für LGBTs in unserer Gesellschaft.“

Frank Russeck schwuler Schützenkönig
Stattete dem CSD einen Überraschungsbesuch ab: der erste schwule Düsseldorfer Schützenkönig Martin Russeck.

Zwischendurch stoppte der Wagen, damit Kalle an die Bevölkerung appelieren konnte: „Wir sind für die Gleichstellung, weil alle Menschen gleich sind. Es gibt keine gleicheren, besseren oder normaleren Menschen.“ Was das im Klartext bedeutet, legte er sogleich nach: „Wir wollen nie wieder schwule Sau hören„.

Die Überraschung auf der Bühne im Anschluss (neben dem Apollo-Theater) war der Besuch des frisch gewählten Schützenkönigs vom St. Sebastianus Schützenvereins – Frank Russeck –, der offen zu seiner Homosexualität steht. Im Anschluss sorgte u.a. Singer Songwriter Tom Hugo mit Akustik-Gitarre für Stimmung. Ihm haben zahlreiche japanische Boybands ihre Hits zu verdanken und auch unsere ESC-Teilnehmerin Lavina darf sich über eine Komposition von ihm auf ihrem aktuellen Album freuen.

Alex Palmeri CSD Düsseldorf
Ein Küsschen von Alex Palmeri kann niemand verwehren. Der schwule Reality-TV-Star aus Italien zog eine Glanzleistung auf der Bühne ab.

Weitere musikalische Highlights vom CSD Samstag: Italiener Alex Palmeri stürmte die Bühne mit charttauglicher Pop-Musik und professionellen Tanzeinlagen, danach sorgte Düsseldorfer Kabarettistin Käthe Köstlich mit Nina Nussig, Gizie Suprem und Lena Meli mit einer Travestie-Show für einen heiteren Abschluss des Tages.

Wer danach noch weiterfeiern wollte, konnte den kostenlosen Shuttle-Service zur Mandance-Party im Stahlwerk nutzen.

Übrigens ging der CSD heute munter weiter. Bereits ab 12 Uhr lockte ein abwechslungsreiches Programm die Zuschauer an den Johannes-Rau-Platz, wo u.a. die Wahl der Maikönigin (für Travestie-Künstler), die Glüxkinder oder Max Weyers zu bewundern waren.

Weitere Termine für bundesweite Gay Pride Veranstaltungen gibt es auf der offiziellen CSD Deutschland Webseite.

Live-Videos vom CSD Düsseldorf

Abfahrt der Parade

Fahrt über die Königsallee

Aus dem Backstage-Bereich

Tom Hugo live auf der Bühne

True Fame live und Backstage

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Klaudija Paunovic

Hi, mein Name ist Klaudija Paunovic und ich schreibe hier in diesem Blog, über alles, was mich interessiert mit sehr viel Leidenschaft und Herzblut. Wenn du mehr über mich erfahren möchtest, dann klicke einfach auf "Wer ist Klaudija" in der gaaanz unteren Leiste. Und sollte dir meine Seite gefallen, freue ich mich riesig über einen Like von dir <3

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