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Ratgeber

Positiv durch die Coronazeit: Das solltest du dir bewusst machen

Tagtäglich scheint nur noch ein Thema die Menschen zu beschäftigen: Corona! Die von der WHO als Pandemie erklärte Krankheit hat sowohl politisch als auch medial ein Ausmaß erlangt, das niemanden mehr unberührt lässt. Ob Angst vor Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Social Distancing – wer nicht direkt von Covid-19 berührt wird, kennt doch wenigstens einen, der immerhin an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen zu leiden hat.

Selbst, wenn man mit den Entscheidungen der Bundesregierung nicht einverstanden ist, bleibt einem derzeit nichts anderes übrig als sich den Gegebenheiten anzupassen. Doch wie bleibt man in solch einer schwierigen Lage entspannt? Wie schafft man es Zukunftsängste ob einer nie dagewesenen Situation abzubauen?

Karolina Goralski und Marc Zumbach von der Praxis für Psychotherapie und Persönlichkeitscoaching in Düsseldorf wissen, worauf es besonders ankommt: „Man muss das Gute im Schlechten suchen. Denn das, worauf der Fokus fällt, wächst. Legen wir den Fokus auf das Negative, wird es immer größer. Umgekehrt heißt das, legen wir den Fokus auf das Positive, wird eben das größer.“

Übrigens gilt diese oberste Faustregel nicht nur im Umgang mit Corona-Panik, sondern auch wenn man andere Ängste, wie zum Beispiel vor Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Liebeskummer überwinden möchte.

Mit anderen Worten: Es gilt Antworten auf die Frage zu finden, welche Vorteile einem das Negative gebracht hat. Und davon gibt es mindestens fünf Stück, die für die Mehrheit der Menschen gelten dürfte.

1. Entschleunigte Zeit

Home Office
Home Office war jahrelang Luxus oder Wunschtraum der meisten Angestellten. Nun ist es endlich fast überall möglich.

Seit der Schule bzw. dem Studium haben wir nicht mehr so viel Zeit für uns allein gehabt. Statt sich morgens im Stau zur Arbeit zu quälen, wurde auf einmal Home Office eingeführt. Was zuvor jahrelang von vielen Unternehmen verpönt war, wurde quasi über Nacht eingeführt.

Ob Zoom, Microsoft Teams oder Skype – Software Unternehmen, die Lösungen für das Arbeiten daheim anbieten, boomen plötzlich. Das gilt natürlich auch beim Treffen von Freunden und Familie, die auf einmal alle am Handy Videotelefonie betreiben können, selbst die Großeltern.

Social Distancing in Verbindung mit dem Lockdown haben uns Zeit gegeben aus dem Hamsterrad auszusteigen und aus der Vogelperspektive alles neu zu bewerten. Haben wir noch Freude an unserem Job oder sollten wir etwas Neues wagen? Welche uns innewohnenden Interessen haben wir zu lange ignoriert? Endlich muss nicht mehr alles schneller, höher oder weiter sein, sondern darf wieder nach der Sinnhaftigkeit hinterfragt werden. Wollen wir gemeinsam hoffen, dass diese Zeitqualität auch nach Corona bestehen bleibt.

2. Mehr Geld und Freizeit

Das mag auf den ersten Blick komisch klingen, doch Goralski erklärt: “Die meisten Geschäfte waren während des Lockdowns geschlossen, so dass man gar nicht mehr sein Geld für Kleidung, Essen oder Cocktails ausgeben konnte. Und das brachte einem zusätzlich freie Zeit ein.“

Auswärts essen und shoppen machen mit Maske weiterhin weniger Spaß, so dass viele nach wie vor ihr Geld beisammen halten. Das ist natürlich schlecht für den Einzelhandel und die Gastronomie, aber schärft auch wieder das Bewusstsein dafür, wofür man sein Geld wirklich ausgeben möchte.

3. Beziehungen neu ausrichten

Corona Quarantäne
Die Zeit der Quarantäne war für viel hart, hat aber auch notwendige Wahrheiten aufgezeigt.

Viele Paare lebten zufrieden in der Routine nebeneinander her. Und dann kam Corona und man musste plötzlich den ganzen Tag miteinander auskommen. „In Beziehungen haben sich Probleme deutlicher gezeigt. Das Positive ist aber, wenn man die Probleme klar sieht, kann man sie besser angehen, als wenn sie sich nur am Rande zeigen. Man findet andere Lösungen,“ weiß die Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Das gilt aber nicht nur für den eigenen Partner, sondern auch für Freunde. Wen hat man vermisst? Auf wen kann man weiterhin gut verzichten? Welche Menschen haben einem in der schweren Krise wirklich gut getan? Hierauf Antworten zu finden, lässt einen auch zukünftig in besserer Gesellschaft durchs Leben gehen.

4. Erwachter Gemeinschaftssinn

Was die Gurus schon jahrelang predigen, nämlich, dass wir alle miteinander verbunden sind, ist jetzt erst vielen bewusst geworden. Wer kauft für die Oma nebenan ein? Muss ein Hamstereinkauf sein? Und wie kann ich anderen, denen es noch schlechter während der Coronazeit geht, eine Freude machen? Es haben sich während der Coronazeit tolle Initiativen gebildet wie zum Beispiel Nachbarn, die füreinander einkaufen, Musiker, die in Hinterhöfen spielten oder fleißige Näherinnen, die kostenlose Mundschütze verteilten. Überall konnte man den Zusammenhalt der Bevölkerung spüren und das war etwas, was in den letzten Jahren in unserer egozentrisch ausgerichteten Konsumgesellschaft defintiv zu kurz kam.

5. Dankbarkeit und Wertschätzung

Klopapier Corona
Was früher als selbstverständlich galt, kann nun wieder wertgeschätzt werden wie z.B. Klopapier.

Wir alle müssen bis heute auf vieles verzichten. Und es bleibt weiterhin unklar, ob man wieder einmal wie früher Urlaub machen wird, die Großeltern im Altersheim besuchen darf oder unmaskiert nach Herzenslust shoppen kann.

„Vieles Selbstverständliche ist in Frage gestellt worden,“ erläutert Zumbach , „das Bewusstsein ist geschärft worden, so dass man auch für Sachen wie Klopapier wieder Wertschätzung und Freude empfinden kann.“ Als Bewohner eines Wohlstandlandes verliert man allzu oft die Dankbarkeit für die eigene Situation. Dabei muss man nur einmal nach Afrika, Südamerika oder Asien schauen, wo unzählige Menschen ohne genug Wasser, Nahrung geschweige denn einem richtigen Zuhause leben müssen. Und das mit oder ohne Corona.

„Wir haben Glück in der heutigen Zeit zu leben,“ ist Goralski besonders dankbar für die gute medizinische Versorgung, die schnellen Kommunikationsmöglichkeiten und den demokratischen Zusammenhalt. „Man müsste sich einmal vorstellen, als Frau vor 200 Jahren in einer Zeit der Seuche gelebt zu haben. Da würde es einem in vielerlei Hinsicht schlechter gehen.“

Egal, wie es mit Corona und den damit verbundenen politischen Einschränkungen weiter geht, es ist wichtig sich gerade in dieser Zeit auf das Positive zu fokussieren. Das heißt natürlich nicht, dass man alles Schlechte ausblenden soll. Eher das Gegenteil ist der Fall, in dem man einfach genauer hinschaut und neue Lösungen sucht und gemeinsam eine bessere Gesellschaft schafft.

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Klaudija Paunovic

Hier schreibe ich mit Herzblut über alle Themen, die mich interessieren. Schon als Jugendliche schrieb ich für die Schülerzeitung. Es folgte die freie Mitarbeit bei Tageszeitungen wie Express und Rheinische Post. Und auch heute noch fröhne ich meiner Schreibleidenschaft auf diesem Blog. Wenn du mehr über mich erfahren möchtest, gibt es hier noch mehr Infos: »Mehr über mich«

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