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„Als ich aus der Zeit fiel“ – Düsseldorfer veröffentlicht Buch über seine Schizophrenie

Wer hätte gedacht, dass sich hinter den sanften Augen von Jens Jüttner solch ein dramatisches Schicksal verbirgt?! Zehn Jahr lang litt der Düsseldorfer unter schwersten Wahnvorstellungen, die einem immerwährenden Alptraum glichen.

„Ich war fest davon überzeugt, dass meine Wohnung und mein Auto verwanzt waren und mich alle Menschen anstarrten,“ beschreibt der studierte Jurist seinen ganz normalen paranoiden Alltag des letzten Jahrzehnts.

Jens Juettner, Buch über Schizophrenie
So dynamisch war Jens vor dem Beginn seiner Leidensgeschichte.

Begonnen hat alles während der Studienzeit. Was genau letztendlich zum Auslöser führte z.B. Stress, ist im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar. Was aber definitiv eine Rolle spielte, ist die genetische Disposition sowie gewisse organische Fehlentwichlungen im Gehirn vor, während und kurz nach der Geburt.

Der ehrgeizige junge Mann wird immer depressiver, antriebsloser und von einer bleiernen Müdigkeit besessen. Trotz allem schafft er es jahrelang seine Symptome zu unterdrücken beziehungsweise vor anderen zu verstecken. „Es gab Phasen, da war alles fast normal. Und dann plötzlich hörte ich wieder Stimmen und sah Dinge, die nicht da waren.“ Im Laufe der Zeit nahmen die psychotischen Symptome Überhand. Die Folge: Er verlor seine Frau, seinen Job und seine Gesundheit.

Jens Juettner, Buch über Schizophrenie
Jens am Tiefpunkt seines Lebens. Bis er die „richtigen“ Medikamente erhielt, nahm er erstmal tüchtig zu.

Aber Jens wollte sein Leben zurück. „Ich wusste, wenn ich wirklich etwas verbessern wollte, musste ich zum Experten meiner eigenen Krankheit werden.“ Gesagt, getan. Er ließ sich einweisen, probierte verschiedene Therapien aus und fand schließlich gemeinsam mit Fachärzten eine geeignete Medikation, die ihm von da an das Leben wieder genießen ließ.

Mit seinem Buch „Als ich aus der Zeit fiel“, bei dem auch Dr. Med. Joachim Cordes, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Florence-Nightingale-Krankenhaus der Kaiserswerther Diakonie mitgewirkt hat, will Jens anderen „Schizos“ Mut machen: „Man darf nie die Hoffnung auf ein normales Leben aufgeben!“ Das 139-seitige Sachbuch ist ab dem 25. Mai im Handel erhältlich und erzählt auf zugleich beeindruckende wie pragmatische Weise seinen Weg raus aus dem Teufelskreis.

Mehr über Jens Jüttner und sein Buch gibt es auf seiner gleichnamigen Internetseite Jensjuettner.com.

Jens Juettner, Buch über Schizophrenie

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Klaudija Paunovic

Hier schreibe ich mit Herzblut über alle Themen, die mich interessieren. Schon als Jugendliche schrieb ich für die Schülerzeitung. Es folgte die freie Mitarbeit bei Tageszeitungen wie Express und Rheinische Post. Und auch heute noch fröhne ich meiner Schreibleidenschaft auf diesem Blog. Wenn du mehr über mich erfahren möchtest, gibt es hier noch mehr Infos: »Mehr über mich«

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